Römisches Archiv der Auferstehungspäter

Ein Ort, an dem man die Geschichte berühren kann

Archivum Generale grafika

KURZE GESCHICHTE DES ARCHIVS

Acht Monate vor seinem Tod brach der Gründer der Gemeinschaft, Bogdan Jański, von Paris zu seinen Mitbrüdern nach Rom auf. Trotz Schwäche und Krankheit nahm er nicht nur sein persönliches Tagebuch mit (das er von da an nicht mehr fortführte), sondern auch die daran angehefteten Notizen (und ihrer waren nicht wenige). Er nahm außerdem Entwürfe zahlreicher Briefe und allerlei Aufzeichnungen mit. Da er ahnte, dass das Herz der Gemeinschaft in Rom schlagen würde (womit er sich nicht irrte) und dass sich sein Leben dem Ende zuneigte, bat er seinen Sekretär, Edward Duński, alle Unterlagen über die neue Gemeinschaft aus Paris und aus Aix-en-Provence (der letzten Station der sich hinziehenden Reise, wo er einen Teil der Archivalien zurückgelassen hatte) in die Ewige Stadt zu bringen. So geschah es. Zwei Jahre später, 1842, überführten die Resurrektionisten alle diese Bestände vom Haus an der Piazza Margana für einen längeren Aufenthalt in das neue Kloster St. Claudius an der Piazza S. Silvestro, um sie schließlich – im Jahr 1886 – an der Via S. Sebastianello zu verwahren.

Akten, Nachlässe, materielle Erinnerungsstücke, Zeitschriften und Briefe trafen weiterhin ein. Ihre Dokumente hinterließen dort die folgenden Generationen der Resurrektionisten: Kajsiewicz, Kaczanowski, Jełowicki, Semenenko, Kalinka und die nach ihnen – jene, die im Kirchenstaat (seit 1870 Italien), in Kanada, Bulgarien, den USA, in den polnischen Landen, später in Brasilien, Bolivien, Deutschland, Österreich, der Ukraine und zuletzt in Tansania wirkten. Einige Zehntausend Briefe fanden ihre endgültige Heimat in den schwarzen ACRR-Kästen – Schreiben von Mitbrüdern, von Ordensschwestern, gesondert von ehemaligen Mitbrüdern, von Bischöfen, Klerikern und Laien. Daher rührt auch die sprachliche Vielfalt des gesamten Bestandes. Neben Polnisch begegnen Englisch, Bulgarisch, Französisch, Latein, Italienisch, Deutsch, Suaheli, Russisch und Altkirchenslawisch.

Parallel dazu entfaltete sich die amtliche Tätigkeit eines jeden Generaloberen, der Generalkurie und verschiedener Gremien der Kongregation. Es fanden 33 Generalkapitel statt. Seit 1948 nahmen drei Provinzen ihre Tätigkeit auf: die Chicagoer, die Kanadische und die Polnische Provinz. Zahlreiche Visitationen wurden durchgeführt. Die Resurrektionisten errichteten neue Kirchen und Pfarrhäuser. Und abermals gelangten weitere Stapel von Dokumenten regelmäßig in die Via S. Sebastianello.

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert unternahm P. Paweł Smolikowski CR, der Verfasser der ersten umfangreichen Geschichte der Kongregation, mit großer Sorgfalt einen gelungenen ersten Ordnungsversuch, indem er die Dokumente zusammentrug und chronologisch ordnete. Später erst, in den 1950er-Jahren, infolge der Einleitung der Seligsprechungsprozesse der Mitgründer, machten sich die amerikanischen Resurrektionisten daran, das Archiv zu ordnen (u. a. P. Jan Książek und Br. Lucjan Budziński).

Doch der Titel „Vater des Generalarchivs“ gebührt P. John Iwicki, †1992, dem Autor der dreibändigen Geschichte der Kongregation, der vor über sechzig Jahren sämtliche Korrespondenzbestände in elf Kategorien gliederte, die charakteristischen schwarzen Kästen anschaffte, alle damals verfügbaren Dokumente inventarisierte und in diese Kästen überführte.

In dieser Zeit prägten polnische Benutzer die Arbeit und Gestalt des ACRR entscheidend: P. Jerzy Mrówczyński (Autor der Einführung in die Quellen der Geschichte und Spiritualität der Resurrektionisten von 1977), P. Marian Traczyński (Herausgeber eines Teils der Briefe von P. Semenenko und des gesamten Briefwechsels von P. Kajsiewicz) sowie P. Bolesław Micewski (ein profunder Forscher des Jański-Nachlasses). Einige Zeit nach ihnen nahm der nächste Archivar, P. Paweł Szymanowski, die Zusammenarbeit mit der Hauptdirektion der Staatsarchive auf und unterzeichnete eine Vereinbarung, aufgrund deren das Archiv in das Integrierte Archiv­informations­system eingebunden wurde, sodass es (obwohl der Prozess sehr langsam voranschreitet) möglich sein wird, im Netz immer mehr bedeutende Stücke aus den Beständen einzusehen. Auf seine Initiative hin wurden auch konservatorische Maßnahmen durchgeführt (etwa an Briefen von A. Mickiewicz) und die fachgerechte Digitalisierung der Nachlässe der Patres begonnen (u. a. von P. Semenenko, W. Kalinka, P. Smolikowski).

Weitere Informationen zu den Archivressourcen erhalten Sie, indem Sie an folgende Adresse schreiben:
archiwumrzymskie@resurrectionist.eu

## Dokumenttitel Typ
1. Archivum Generale info brochure [pdf] / [5.7 MB]