„Durch das dunkle Tal gehen – eine Zeit des Beschneidens des Weinbergs” – unter diesem Leitwort tagt das XXIV. Provinzkapitel der Resurrektionisten vom 14. bis 22. November im Ostseedorf Dębki bei Krokowa in der Danziger Pommerania. Daran nehmen dreißig Patres und Brüder teil, die verschiedene Bereiche des Dienstes der geistlichen Söhne des ehrwürdigen Dieners Gottes Bogdan Jański vertreten – von Deutschland bis Australien, von der Ukraine bis Italien sowie ein Vertreter aus Tansania. Anwesend ist auch der Generaloberer, Pater Evandro Miranda Rosa CR.
Während dieses Kapitels stellen sich die polnischen Resurrektionisten den Mühen, Mängeln und Gefährdungen ihres Lebens und Dienstes – was der erste Teil des Kapitelleitwortes bildhaft ausdrückt. Der Rückgang oder gar das Ausbleiben neuer Berufungen; die dadurch wachsende Altersstruktur der Gemeinschaft; die Krise des geistlichen Lebens; die fortschreitende Säkularisierung; eine übermäßige Zahl von Verpflichtungen aufgrund der Intensität des pastoralen Dienstes; vielfältige Erwartungen angesichts der sinkenden Zahl der Mitglieder der Kongregation der Resurrektionisten – das sind nur einige der Fragen, denen sich die Delegierten des XXIV. Provinzkapitels stellen müssen.
Wie P. Kazimierz Wójtowicz CR bemerkte: „…Ein Hirt – auf der Suche nach Wasser und geeigneten Weideplätzen oder indem er die Herde von einer grünen Weide zur nächsten führt, denn das gehört zu seiner Aufgabe – muss manchmal durch ein ,dunkles Tal‘ gehen. Dieser Ausdruck symbolisiert schwierige und gefährliche Zeiten mit allen Hindernissen und Fallstricken auf dem Weg, den es zu durchschreiten gilt, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Ein solches schattiges, düsteres Tal (selbst wenn es der Grand Canyon wäre!) ist kein Ort, an dem man verweilen oder gar sich dauerhaft niederlassen sollte. Man muss hindurchgehen, um an den Bestimmungsort zu gelangen. Und jene, die mit Hilfe des Hirten hindurchgehen, werden stärker und widerstandsfähiger.”
Die – bisweilen schmerzhafte – Wahrheit über sich selbst zu erkennen, gehört zu den Zielen des Kapitels. Doch darf man nicht vergessen, dass dies einer konkreten Wirklichkeit dienen soll: der Stärkung der Gemeinschaft, die auch durch das Reinigen des Weinbergs geschieht, der regelmäßig beschnitten werden muss, damit er reichere Frucht bringen kann. Dazu sollen – nicht immer populäre – Entscheidungen beitragen, die die Kapitulare zu treffen haben.
Ein treffendes Bild dieser Arbeit bietet erneut die Reflexion von P. Wójtowicz CR, der schrieb: „Der Herr Jesus spricht beim ,Abschneiden‘ der toten Reben auch (…) vom Reinigen der gesunden Triebe, damit sie ,reichere Frucht bringen‘. Diese ,Reinigung‘ besteht in der Verbesserung der Aufrichtung der Reben und im Entfernen der verholzten und ,wilden‘ Triebe sowie zur rechten Zeit im Entfernen des übermäßigen Laubes und der Pflanzenreste. Das hilft, Krankheiten und Schädlinge zu verhindern, verbessert die Luftzirkulation und die Besonnung. Ein besserer Zugang zum Sonnenlicht fördert die Ausfärbung der Trauben und erhöht die aromatischen Inhaltsstoffe.“
In diesem Zusammenhang braucht es eine ernsthafte Reflexion über den Zustand der polnischen Resurrektionisten, damit sie mit neuem Eifer die Botschaft der Hoffnung verkünden können, zu der sie im Jahr 1836 – fern von der Heimat ihrer Gründer Bogdan Jański, P. Piotr Semenenko CR und P. Hieronim Kajsiewicz CR – berufen wurden. Diese Botschaft eröffnet die Perspektive eines neuen, dynamischen Lebens, dessen Quelle allein im auferstandenen Christus zu finden ist.
P. Jan Kaczmarek CR